Was ist der A2-Drohnenführerschein?
Der A2-Drohnenführerschein heißt offiziell EU-Fernpilotenzeugnis und ist der sogenannte „große" Schein. Er berechtigt dazu, in der offenen Kategorie näher an unbeteiligte Personen heranzufliegen als der einfache Nachweis – für die Praxis auf Baustellen, Dächern und in bebautem Umfeld ist genau das entscheidend.
Abzugrenzen ist der A2 vom EU-Kompetenznachweis (dem „kleinen" Schein für die Unterkategorien A1 und A3). Diesen kleinen Nachweis machen Sie online beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) kostenlos. Der A2-Schein dagegen wird an einer zertifizierten Prüfstelle abgelegt und ist damit auch kostenpflichtig – dafür aber förderfähig.
Warum Baubetriebe den A2 brauchen
Auf einer typischen Baustelle lässt sich der nötige Sicherheitsabstand zu Passanten, Nachbargebäuden oder Kollegen oft nicht dauerhaft einhalten. Der A2-Schein senkt den vorgeschriebenen Mindestabstand zu unbeteiligten Personen und macht viele reale Einsätze – Dachinspektion, Fassadenkontrolle, Fortschrittsdokumentation – erst rechtssicher möglich.
Für Gewerke wie Dachdecker, Zimmerer, Schornsteinfeger oder die Gebäudereinigung ist der A2 deshalb in der Praxis meist der sinnvolle Standard. Der kleine Schein reicht für viele beengte Baustellensituationen schlicht nicht aus.
Ablauf: Theorie, Praxis und Dauer
Der Weg zum A2 baut in der Regel auf dem kostenlosen EU-Kompetenznachweis (A1/A3) auf. Darauf folgt ein Selbststudium bzw. ein praktischer Übungsteil in Eigenverantwortung sowie die theoretische Zusatzprüfung an einer vom LBA anerkannten Prüfstelle.
Zeitlich sollten Sie den Online-Vorkurs plus Prüfungsvorbereitung mit einigen Tagen bis wenigen Wochen einplanen – je nach Anbieter und eigenem Lerntempo. Die eigentliche Prüfung ist an einem Termin absolviert. Das ausgestellte Zeugnis ist EU-weit gültig und wird nach Ablauf verlängert; auch die Verlängerung zählt zu den förderfähigen Leistungen.
Kosten und 50 % Förderung über die BG BAU
Als Orientierung: Der A2-Schein kostet je nach Prüfstelle und Vorbereitungspaket rund 100–300 €, dazu kommt eine LBA-Ausstellungsgebühr von etwa 30 €. Das sind unverbindliche Schätzwerte, die sich je nach Anbieter unterscheiden.
Über die Drohnen-Arbeitsschutzprämie der BG BAU bekommen Mitgliedsbetriebe 50 % der Anschaffungskosten erstattet – gedeckelt auf maximal 2.000 € pro Jahr und Betrieb, beitragsunabhängig. Förderfähig sind neben der A2-Schulung auch die Drohne selbst (C1/C2) und die LBA-Registrierung. Fördervoraussetzung ist die BG-BAU-Mitgliedschaft, nicht das Gewerk. (Stand: Juli 2026, Programm in Kraft seit 1. Juli 2026.)